• Marie-Charlotte

Wie die Welt ihre Vielfalt verloren hat – und wie Du sie jetzt zurückbringen kannst

„Es gibt über 6 Milliarden Menschen, und jeder ist anders. Geh in die Fußgängerzone einer großen Stadt, da laufen tausende Menschen hin und her, jeder sieht anders aus, jeder ist anders, ist einmalig. Das ist doch keine Dummheit der Natur, kein Fehler – wenn es gewollt wäre, dass wir ideal, also gleich sind, hätte doch ein einziger genügt.“ (Rainer Scheunemann-Böhlendorf)


Und doch strengen wir uns immer wieder an, einem diktierten Vorbild nachzueifern. Um dazu zu gehören, versuchen wir ein Abbild der anderen zu sein. Wir kopieren die Glitzerwelt der Influencer, obwohl wir schon lange wissen, dass ein „Schnappschuss“ für Instagram auch gut gerne mal 4 Stunden dauern kann. Wir denken, wenn ich

- diese Klamotten trage

- diese Nase habe

- diesen Job habe

- in diesem Viertel wohne

dann bin ich glücklich und erfolgreich. Diese Idee kommt meist gar nicht aus uns selbst, sondern von außen: durch unsere Erziehung, gesellschaftliche Normen, die Nachbarin oder die Ansager Clique in der Schule (die gibt es nicht nur für Kinder, sondern auch für Eltern).


Meist sind wir so gut darin, Erwartungen zu erfüllen, dass uns unsere Rollen gar nicht bewusst sind. Nur wenn uns mal jemand gegenübersteht, der keinerlei Erwartungen an uns hat, stehen wir ziemlich hilflos da. Welche Rolle soll ich denn jetzt spielen? Was muss ich machen, um gemocht zu werden? Soll ich einen Witz machen oder eine tiefgründige Unterhaltung starten? Oder lieber doch schweigen? Solche Momente können uns bewusst machen, dass wir gar nicht mehr unser authentisches Selbst leben. Dabei ist es nicht nur anstrengend, ein Idealbild zu verkörpern. Wir nehmen damit auch der Welt ihre Vielfalt. Weil wir unsere Einzigartigkeit nicht leben, die es aus der Kombination unserer Fähigkeiten und Erfahrungen so nur ein einziges Mal gibt.



Ein anderer Weg zur Bewusstwerdung unserer Rollen, und damit ein Weg zurück in die eigene Authentizität, ist die Arbeit mit Pferden. Pferde sind so fein in ihrer Wahrnehmung, dass sie genau spüren, wann wir eine Rolle spielen und wann wir authentisch sind. Durch ihr Verhalten spiegeln sie uns unsere inneren Widersprüche wider.


Stell Dir vor, Du bekommst von mir die Aufgabe mein Pferd Goldie zu führen und dabei die Leitposition – also den Chefposten - zu übernehmen. Du spürst eine leichte Nervosität, bis hin zu Angst, ob dieses große Tier Dir jetzt folgen wird. Äußerlich versuchst Du auch dann noch selbstbewusst aufzutreten, wenn innerlich schon längst die Angst das Ruder übernommen hat. Und Goldie wird verunsichert sein und genau auf diese Angst reagieren und nicht auf die Rolle, die Du nach Außen versuchst darzustellen. Dein selbstsicheres Auftreten ist nur vorgetäuscht und hat damit für Goldie keine Kraft. Deine Angst dagegen, ist für ihn so greifbar wie für uns ein Stift und damit viel ausschlaggebender, als die gespielte Rolle. Er spürt die Diskrepanz zwischen äußerem und innerem Verhalten und entscheidet sich für die stärkere Energie, hier Deine Angst.


(Photo by Benjamin.Kottysch Photography)

Zweiter Versuch: Wenn Du dieses Mal in Deinen Wunsch, bei Goldie die Führung zu übernehmen, Deine Angst wahrnimmst und in Dein Handeln integrierst, kann Dich Goldie als authentisch wahrnehmen. Jetzt gibt es keinen irritierenden Widerspruch mehr in Deinem Verhalten und er kann Dir folgen. Durch die Begegnung mit Pferden können wir also die Kraft unserer eigenen Authentizität erfahren. Und im Gegenzug, wie viel leere Energie es kostet, eine gespielte Rolle aufrecht zu erhalten.


Es ist natürlich überhaupt nicht nötig, im Alltag jedem auf die Nase zu binden, wenn wir gerade Angst haben. Aber es ist wichtig, dass wir selbst uns unserer Gefühle bewusst sind. Solange wir versuchen etwas wegzudrücken, kostet uns das Kraft, die wir nicht für unser eigentliches Ziel aufwenden können. Es geht um Bewusstwerdung und Integration unserer Gefühle. Denn nur wenn wir wieder in unsere eigene Authentizität kommen, können wir der Welt die beste Version unseres Selbst und damit ihre Vielfalt schenken.



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